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am 22. Dezember 2020

Voglauer zur Kärntner Pandemiebekämpfung: Ein Trauerspiel.Versagen ist offensichtlich.

Olga Voglauer - Nachdem das Contract-Tracing in KTN anscheinend nie richtig funktioniert hat und im Sommer jegliche Chance vertan wurde, entsprechend aufzustocken, steht KTN mit seinen Corona-Zahlen ziemlich alleine da. Während es andere Bundeländer rechtzeitig verstanden haben, Personal aufzubauen und für den Herbst/Winter gerüstet zu sein, ist noch immer säumig und lässt Zweifel am Krisenmanagement aufkommen.

Kein gutes Krisenmanagement von Seiten des Landes.

„Auch wenn die Zahlen sinken –Kärnten führt im Vergleich mit anderen Bundesländern nach wie vor bei der Zahl an Spitalspatient*innen und vermeldet österreichweit nach der Steiermark die höchsten Covid-19-Todesraten. Es ist unfassbar, dass es Gesundheitslandesrätin Beate Prettner und die Bezirksbehörden in Kärnten nicht schaffen, ein geordnetes und transparentes Testsystem in Kärnten aufzubauen und vor allem besonders gefährdete Menschen in Pflegeheimen zu schützen“, sagt Olga Voglauer, Landessprecherin der Grünen Kärnten, zum Umgang mit der größten Gesundheitskrise seit 1955 in Kärnten. „Wann wird endlich flächendeckend getestet und beim Personal aufgestockt? Die Aussagen, der Bund hätte nicht vorgesorgt, erscheinen auf Basis der Fakten als jämmerliche Ausrede: 52 Prozent der Todesfälle in Kärnten waren Heimbewohner, jedes zweite Heim ist betroffen. Zum Vergleich: Österreichweit sind es 42 %“, so Voglauer.

Fehlende Transparenz.

Voglauer vermisst vor allem Transparenz bei der Situation in den Kärntner Spitälern: „Vorarlberg ist hier vorbildlich. Täglich werden die Medien von Seiten der Landesspitäler darüber informiert, wie viele Menschen verstorben sind, wie viele sich auf Intensivstationen befinden, wie viele auf normalen Covid-19-Stationen liegen. Das wissen wir zwar in Kärnten auch, zusätzlich informiert Vorarlberg aber über die Personalsituation: wie viele Mitarbeiter*innen wurden getestet, wie viele sind corona-positiv und wie viele befinden sich in Quarantäne. Das nenne ich Transparenz!“, sagt Voglauer. Nur so könne man sich ein wahres Bild von der Situation in den Spitälern machen.​

Contact-Tracing hat in Kärnten nie richtig funktioniert.

Nachdem das Contract-Tracing in Kärnten anscheinend nie richtig funktioniert hat und im Sommer jegliche Chance vertan wurde, entsprechend aufzustocken, steht Kärnten mit seinen Corona-Zahlen ziemlich alleine da. Während es andere Bundeländer rechtzeitig verstanden haben, Personal aufzubauen und für den Herbst/Winter gerüstet zu sein, ist Kärnten noch immer säumig und lässt Zweifel am Krisenmanagement aufkommen. „Am 15.12. wird das Besuchsverbot in Kärntner Pflegeheimen aufgehoben, obwohl die bundesweit hohen Zahlen bekannt sind. Es wurde weder eine Strategie der Testung von Pflegebediensteten erarbeitet, noch wurde mit Gratistests für besonders gefährdete Gruppen reagiert. “Für Voglauer stellen sich viele Fragen: „Warum wurde im Sommer nicht ausgiebiger getestet? Warum hat das Contact-Tracing nicht funktioniert? Warum haben es die Bezirksbehörden nie geschafft in entsprechender Zeit Bescheide auszustellen?“​

Extreme Verzögerungen bei Bescheiden.

Ein Beispiel aus dem Bezirk Klagenfurt-Land zeigt, wie die Erstellungen von Bescheiden den Alltag der Bevölkerung lähmen: Eine ab dem 15. November gültige Absonderung wird mit Bescheid vom 15. Dezember rückwirkend mit 25. November aufgehoben. 20 Tage nach Ende der Quarantäne bekommen Kärntner*innen ihren Aufhebungsbescheid. „Hier kann die Ausrede, die Bundesregierung hätte versagt, nicht gelten. Die Lage in Kärnten wurde angesichts der niedrigen Zahlen im Frühjahr unterschätzt und nun zahlen dafür die Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Voglauer.

Sie fordert die Kärntner Landesregierung auf, die Bevölkerung endlich mit einer entsprechenden landesweiten Infokampagne über Corona-Test-Möglichkeiten zu informieren und ein entsprechende Teststandorte mit Gratistestungen aufzubauen. Nach den Weihnachtsfeiertagen sind die nächsten Massentestungen geplant, die wesentlich für die Lockerungen nach dem 3. Lockdown sein werden. „Es sind genügend Antigentests zur Verfügung zu stellen und Kärnten soll endlich dem Vorbild Tirols oder Vorarlbergs folgen. Ruhige Weihnachten sind heuer vor allem dann möglich, wenn auch die Möglichkeit besteht, sich testen zu lassen, im Bewusstsein auf andere und auf sich geschaut zu haben“, appelliert Voglauer.​