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am 18. Oktober

Grüne Villach hinterfragen Hoch­wasser­schutz beim Maibachl

Karin Herkner, Benjamin Rammel - Die Villacher Grünen hinterfragen das geplante Hochwasserschutzprojekt in Warmbad: Wiegen die Interessen einiger Nutznießer dieser Verbauung schwerer als die Intaktheit der örtlichen Flora und Fauna?

Berechtigte Sorge der Bürgerinitiative.

Das geplante Hochwasserschutzprojekt im Naturprojekt Warmbad sei bereits „auf Schiene“, ist von der Stadt zu hören. Die Grünen Villach haben sich die Lage am Sonntag, 17.10.2021, bei einer Flurreinigungsaktion mit der Bürgerinitiative „Rettet das Naturjuwel Warmbad“ vor Ort angesehen. „Die Grundstückseigentümer sollen hier ihrer Pflicht nachkommen und die notwendigen Reinigungsarbeiten beim derzeitigen Hochwasserschutz durchführen, damit Überschwemmungen verhindert werden“, sagt Karin Herkner, Grüne Gemeinderätin.

„Wiegen die Interessen einiger Nutznießer dieser Verbauung schwerer als die Intaktheit der örtlichen Flora und Fauna?“, fragt Herkner. Die Stadt Villach begründet den immensen Eingriff in die Natur damit, dass die Projektkosten von ca. 2 Millionen Euro zu großen Teilen aus Fördertöpfen von Land und Bund kommen, und so keinerlei Mehrkosten für das Stadt entstehen. „Das ist ein fadenscheiniges Argument – derzeit kostet es der Stadt gar nichts: Die Instandhaltung des Hochwasserschutzes liegt in der Verantwortung der Grundeigentümer. Nach den geplanten Maßnahmen übernimmt die Stadt hier Gründe von Anrainern und muss dadurch für die nachfolgenden und notwendige Instandhaltungen aufkommen. Ich sehe hier keinen Vorteil für die Villacher Bürgerinnen und Bürger“, so Herkner.

Beteiligung statt reiner Information

Die Grünen Villach sehen hier ein Muster in vielen Aktionen und Vorhaben der Stadt Villach. „Zu oft ist es so, dass Bürger*innen vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Wichtig wäre es in Zukunft, so große Eingriffe in ein so altes Juwel der Stadt mit Bürger*innenbeteiligungs-Initiativen zu begleiten, um somit die für alle verständliche und tragbare Lösung zu finden“, ist auch Benjamin Rammel, Ersatzgemeinderat der Grünen in Villach, überzeugt. „Die auf Druck der Bürgerinitiative veranstaltete Informationsveranstaltung zum Thema Warmbad ist wichtig, ersetzt aber auf keinen Fall das Mitspracherecht aller Villacher*innen“, so Rammel. Welche Probleme fehlende Einbindung habe, habe man erst kürzlich bei der Einrichtung der Begegnungszone „auf Probe“ in der Postgasse gesehen.