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am 23. Februar

Keine faulen Kompromisse

Rolf Holub - Fischotter und Mölltaler Gletscher: Keine faulen Kompromisse auf Kosten der Natur. Nur die Grünen treten für den Naturschutz ein

Die heftigen Diskussionen rund um den Mölltaler Gletscher und den Fischotterabschuss zeigen, wie wichtig es ist, dass mit den Grünen eine Partei im Landtag sitzt, die für Umwelt- und Naturschutz eintritt. Ohne Grüne im Landtag droht die totale Betonierung Kärntens - und der Verlust seltener Arten“, warnt Umweltlandesrat Rolf Holub. „Für ÖVP und FPÖ scheint der Naturschutz überhaupt keine Rolle zu spielen, und auch die SPÖ macht faule Kompromisse auf Kosten der Natur.  Erst wenn der letzte Quadratmeter Kärntens mit Pisten, Straßen und Appartmentbauten verschandelt ist, erst wenn alle Fischotter, Biber, Raben, Kormorane, Bären, Luchse und Wölfe erschossen sind, werden die anderen Parteien erkennen, dass die Natur nicht erneuerbar ist und man landschaftliche Schönheit nicht kaufen kann.“

Holub stellt klar: „Fischotter-Abschuss – nicht mit uns Grünen!“

„Die von FP-Landesrat Gernot Darmann beabsichtigte Tötung von 43 Fischottern pro Jahr verstößt gegen Natur- und Tierschutz und ist überdies EU-rechtswidrig. Ich werde daher als mitzuständiger Landesrat der von Darmann geplanten Einbringung der Fischotter-Abschuss-Verordnung als Tagesordnungspunkt für die Landesregierungssitzung am Dienstag nicht zustimmen“, erklärt der Grüne Umweltlandesrat Rolf Holub.

„Die von der Landesregierung in Auftrag gegebene Fischotter-Monitoring-Studie ist unseriös“, erklärt der grüne Landtagsabgeordnete Michael Johann. „Wir haben die Meinung unabhängiger Wissenschaftler eingeholt, die die angewandte Methodik, Fischotter-Kotproben mittels Gentest zu vergleichen, als äußerst unsicher bezeichnen.  Die Studie hat bei 287 eingesendeten Fischotterkotproben 154 Individuen festgestellt. Diese Zahl könnte aber aufgrund der methodischen Probleme deutlich geringer sein. Die 154 Fischotter wurden vom Studienautor mittels einer noch nie bei Kotproben angewandten Schätzmethode auf 361 Tiere hochgerechnet – die Schätzmethode CAPWIRE führt aber regelmäßig zu Überschätzungen des Bestands sagen die Wissenschaftler und ziehen den Schluss, dass mit ziemlicher Sicherheit weitaus weniger Fischotter als die angegebenen 361 Tier die Kärntner Flüsse und Bäche bevölkern.“

Mehrere renommierte Umweltorganisationen wie der WWF (Worldwide Fund for Nature)und der Naturschutzbund sowie die Naturschutzabteilung des Landes haben kritische Stellungnahmen zur Fischotterverordnung im äußerst knapp gehaltenen Konsultationsprozess abgegeben. Der WWF weist darauf hin, dass der Erhaltungszustand des Fischotters in der alpinen Region Österreichs als ungünstig eingestuft wird und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU somit keinen Abschuss zulässt. Auch der frühere Direktor des Schönbrunner Zoos Helmut Pechlaner wendet sich gegen den Abschuss des Fischotters und argumentiert, dass Otterweibchen in ihrem Leben nur wenige Junge aufziehen und beim Abschuss von Otterweibchen allein gelassene Jungtiere im Bau verhungern würden. Diese Stellungnahmen wurden von den Juristen des Landes nicht berücksichtigt, ganz im Gegenteil, die Schutzzone rund um Schutzgebiete wurde von 500 auf 250 Meter verringert.

„Der Fischotter kann Fischpopulationen nicht ausrotten, denn dann müsste er selber verhungern. Otter und Fische stehen in der Natur in einem ökologischen Gleichgewicht. Für den Rückgang der Fischpopulation gibt es viele Ursachen, unter anderem den Klimawandel, Extremhochwässer, abnormal hohe Wassertemperaturen, das Insektensterben oder ausgeräumte Gewässer. Der Rückgang der Fischpopulation ist bereits seit 1996 zu verzeichnen. Auch in der fischotterfreien Schweiz sind im selben Zeitraum die Fischpopulationen zurückgegangen“, weiß Johann.

Die wirksamste Methode zur Verhinderung von Schäden durch Fischotter ist nach einhelliger Meinung der Experten die Zäunung von Fischteichen. Die Steiermark hat mit der Förderung der Zäunung von Fischteichen sehr gute Erfahrungen gemacht. Nur wenn auf allen Ebenen effektiv gesteuert wird, kann es gelingen, die Fischpopulationen wieder auf ein höheres Niveau zu bringen“, schließt Johann.

Grüne/Holub: „Mölltaler Gletscher: Kärntens Natur ist nicht verhandelbar!“

„Der Bau von Liften und Piste quer durch die Naturschutzgebiete Wurten-West und Kleinfragant ist mit dem Naturschutzgedanken nicht vereinbar und kommt für uns Grüne nicht in Frage“, zeigt sich der grüne Naturschutzlandesrat Rolf Holub zur Ankündigung von VP-Klubobmann Hueter betreffend Mölltaler Gletscher empört. „Es ist unglaublich, dass die ÖVP einen Rechtsbruch zur Koalitionsbedingung machen will!“

„Das Lift- und Pistenprojekt ist im Gegensatz zum ebenfalls geplanten Hotelprojekt nicht genehmigungsfähig, weil es dem Kärntner Naturschutzgesetz und der Alpenkonvention widerspricht. Bestehende Naturschutzgebiete müssten für das Projekt aufgehoben werden. Die geplante Piste würde über weite Strecken über Almen mit geschützten Tier- und Pflanzenarten führen und einem geologisch labilen Rutschhang folgen, der technisch nicht beherrschbar wäre und auch den Kelag-Speichersee Haselstein gefährden. Doch die ÖVP will diese Fakten nicht zur Kenntnis nehmen“, zeigt sich Holub entsetzt über das mangelnde Umweltbewusstsein der ÖVP. Das Projekt Mölltaler Gletscher findet auch bei den Almbauern in der Kleinfragant kritische Stimmen. So meldeten sich besorgte Grundeigentümer aus der Kleinfragant bei den Grünen und baten uns um Unterstützung.

Am meisten verwundert es den Spitzenkandidaten im Wahlkreis West, Sebastian Glanzer, dass die selbsternannte “Law-And-Order-Partei” ÖVP demokratische Prinzipien wie Rechtsstaatlichkeit selbst nicht beachtet. „Ich selbst bin in Oberkärnten aufgewachsen und kenne jeden Winkel auf dem Mölltaler Gletscher. Es macht mich unfassbar traurig, dass die Betoniererparteien ÖVP und FPÖ selbst vor diesem Naturschutzjuwel nicht halt machen wollen. Nur die Grünen vertreten konsequent die Interessen des Naturschutzes. Als junger Mensch liegt es mir besonders am Herzen, dass unsere Kärntner Natur, unsere Lebensgrundlage, auch für mich und meine Kinder erhalten bleibt. Ich will nach dem Ende meines Studiums gern in meine Heimat zurückkehren, weil die Lebensqualität dort sehr hoch ist, nicht trotz der schönen Natur, sondern wegen der schönen Natur. Was wir Jungen in der Region dringend brauchen, sind nachhaltige Ganzjahresarbeitsplätze. Was wir nicht brauchen, sind saisonale Billigarbeitsplätze auf Kosten der Natur.“