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am 24. Juli

Thomas Waitz spricht sich im Kärntner Landtag für Herkunftskennzeichnung aus

- „Bitte setzen wir uns für eine Herkunftskennzeichnung ein“, sagt EU-Parlamentarier Thomas Waitz in der Europastunde des Kärntner Landtags. Er rät außerdem, Energie etwa durch richtige Dämmung zu sparen. Den Forstwirten schlägt er vor, in Zukunft mehr Tannen einzusetzen.

EU-Parlamentarier Thomas Waitz​ ist für die Europastunde des Kärntner Landtags angereist. Er erklärt den Kärntner Landtagsabgeordneten, dass ein Finanztransfer von reiche in ärmere Länder notwendig ist: „Es nutzt uns nichts, wenn Spanien oder Italien in einer Wirtschaftskrise versinken, weil da versinken wir alle gemeinsam mit“, sagt Waitz und auch, dass man Steuern nur auf europäischer Ebene und einstimmig beschließen könne, sonst wandern die großen Konzerne einfach ins Nachbarland weiter.

EU-Gelder für Landwirtschaft würden leider gekürzt, Kärnten solle aber nicht darauf vergessen, sich Ausgleichszahlungen beim Bund zu holen. Die industrielle Landwirtschaft sei Teil des Problems, das zum Klimawandel beitrage. Waitz sieht aber Chancen für die Kärntner Landwirtschaft: „Wir haben Konzepte, wie man die Landwirtschaft klimafreundlich gestalten kann.“ Durch nachhaltige Land- und Forstwirtschaft könne man CO2 wieder in den Boden bekommen, anstatt es zu emittieren. Das könne man auch für Kärnten nützen.

Er sieht neue Energie-Lösungen differenziert: Wasserstoff zum Beispiel werde mit Gas produziert – das sei keine klimapolitische Lösung. Windenergie sei im Vergleich zu anderen Lösungen erfreulich, aber auch nicht perfekt. Natürlich habe die Batterieerzeugung für E-Autos noch Schwachstellen, aber es gebe positive Entwicklungen in der Forschung, die man auch entsprechend fördern müsste.

Das beste Kraftwerk wird nicht gebaut

„Das beste Kraftwerk ist das, was nicht gebaut wird“, sagt Waitz und rät, Energie etwa durch richtige Dämmung zu sparen. Das schaffe auch Arbeitsplätze in der Region: „Das macht nicht irgendein Weltkonzern. Das machen regionale Handwerksbetriebe und das schafft regionale Arbeitsplätze. Aber auch Solaranlagen – und ich bin der Meinung, solange wir Süddächer haben, auch in Kärnten, sollten dort die Solaranlagen hin, bevor wir darüber nachdenken, Wiesenflächen mit Solaranlagen zuzupflastern.“

​Es sind 30 Cent, die das österreichische Schnitzel mehr kostet als das internationale.​​Sagen wir den Menschen doch, was sie zu essen bekommen.


Eine Lehre die Waitz aus der Covid-Krise zieht und die auch am Programm der Kärntner Grünen steht: „Zurück in die Regionalisierung! Das, was wir vor Ort produzieren können bitte auch vor Ort produzieren und auch weiterverarbeiten vor Ort und vor Ort vermarkten. Bitte setzten wir uns alle gemeinsam für eine Herkunftskennzeichnung im Wirtshaus ein! Es sind 30 Cent, die das österreichische Schnitzel mehr kostet als das internationale.​ Sagen wir den Menschen doch, was sie zu essen bekommen. “

Waitz stellt außerdem den Tiertransport-Untersuchungsausschuss im Europaparlament vor und berichtet: „Wir exportieren jedes Jahr 10 000e Kälber – meist in den Süden Richtung Italien, Spanien, viele davon werden dann auf Schiffen weitertransportiert nach Ägypten und in den Libanon.“ Wir produzieren allerdings nur 40 % unseres Kalbfleisches, das wir in Österreich verbrauchen, selbst. Paradox: Wir schicken unsere Kälber weg und importieren dafür billiges holländisches Kalbsfleisch. „Hier sollten wir Lösungen finden“, meint Waitz.

Waitz hat den Kärntner Landtag auch über Vorfälle bei der Kelag-Tochter Kelkos informiert, über die auch der Standard berichtet hat​ und die Abgeordneten gebeten, in dieser Angelegenheit nachzufragen.

Tanne statt Fichte

Der Europa-Parlamentarier spricht auch über die Monokulturen, die angesichts des Klimawandels zu einem immer größeren Verhängnis werden. „Eine Zeit lang hat das gut funktioniert mit dem Fichten setzen und ernten. Es geht nur nicht mehr. Wir brauchen Mischkulturen in den Wäldern.“ Er weist besonders auf die Verwendung von Laubholz im mehrgeschossigen Wohnbau hin. „Da müssen wir investieren. Da müssen wir hinein.“ Ein abschließender Tipp: „Tanne statt Fichte ist die Lösung. Auch zur Erhaltung unserer Sägeindustrie. Das ist die Baumart, die Zukunft hat in Österreich – selbstverständlich unter 1000 oder 1200 Höhenmeter.“